Erbschaft, Schenkung und Übergabe


Erbschaft, Schenkung oder Übergabe gehören zur täglichen Arbeit des Notars.

Hier geht es nicht nur um familiäre Fragen, sondern auch um das Erbrecht, das Zivilrecht, das Sozialversicherungsrecht- und nicht zuletzt auch um das Steuerrecht.



Die Erbschaft


Wer sich mit seinem Testament beschäftigt, wird vor eine Vielzahl von Fragen gestellt. Etwa bezüglich der Formgültigkeit, dem Pflichtteil, der Absicherung des Partners, unehelicher Kinder, der Enterbung etc. Auch familiäre Konflikte wollen bedacht und möglichst verhindert werden.

Mit kompetenter Beratung kann man Fehler ausschließen und sich sicher sein, dass das Testament wirklich dem eigenem Willen entspricht. Durch die Hinterlegung beim Notar wird außerdem jedes Testament im elektronischen zentralen Testamentsregister registriert, wodurch garantiert ist, dass der letzte Wille im Todesfall bekannt wird.



Der Notar als „Gerichtskommissär“ – das Verlassenschaftsverfahren


Nach jedem Todesfall wird in Österreich vom zuständigen Bezirksgericht ein sogenanntes Verlassenschaftsverfahren eingeleitet. Dabei sollen alle vermögensrechtlichen Angelegenheiten im Sinne des Verstorbenen abgewickelt und das Vermögen ordnungsgemäß an die Erben übertragen werden.

Notare werden vom Gesetz dazu bestellt, das Verlassenschaftsverfahren für die Gerichte durchzuführen, sie werden also als „Gerichtskommissäre“ tätig.

Aufgabe des Notars ist es, die Beteiligten unabhängig und unparteiisch bei der Abwicklung des Verfahrens zu informieren und zu unterstützen. Er begleitet sie von von der ersten Besprechung bis zur Beendigung des Verfahrens- oft auch darüber hinaus, etwa bei Eintragungen in Grund- oder Firmenbuch.

Bevor im Verlassenschaftsverfahren nun mit der Klärung der Frage, welche Personen als Erben in Frage kommen, begonnen werden kann, hat der Notar die „Todesfallaufnahme“ zu errichten, sobald er die Sterbemitteilung vom Gericht erhält. Bei dieser Erstbesprechung werden mit Hilfe z.B. eines Angehörigen alle persönlichen und vermögensrechtlichen Daten aufgenommen.


Sollten Sie von uns zu einer Todesfallaufnahme eingeladen werden, so nehmen Sie bitte, soweit vorhanden, insbesondere folgende Unterlagen für die Todesfallaufnahme mit:

  • Einen amtlichen Lichtbildausweis
  • Aufstellung der nächsten Angehörigen (Ehegatten, Kinder, Enkel, Eltern, Geschwister) mit Namen, Adressen, Geburtsdaten, Telefonnummern sowie die Standesurkunden
  • Testamente im Original, Eheverträge, Erb- und Pflichtteilsverzichtverträge
  • Adoptionsurkunden, Gerichtsbeschlüsse über die Bestellung zum Sachwalter
  • Todesfallkosten:
    1. Rechnungen beispielsweise von Bestattungsunternehmen
    2. Grabstein (Auftragsbestätigung)
    3. Trauermahl
    4. Blumen und Grabschmuck
    5. Grabpflege
    6. Todesanzeigen
    7. Trauerbillets
  • Lohn / Pension:
    1. Arbeitgeber/Versicherungsanstalt
    2. Sozialversicherungsnummer
  • Sparbücher im Original
  • Gehalts/Pensionskonten (letzte Auszüge):
    1. Bankinstitute
    2. Kontonummern
  • Bausparverträge (letzter Auszug) mit Bausparinstitut und Vertragsnummer
  • Sonstige Girokonten, Depotkonten, Wertpapiere (letzte Auszüge):
    1. Bankinstitute
    2. Kontonummern
  • Schließfächer und Safes:
    1. Bankinstitute
    2. Fachnummern
  • Lebensversicherungen, Sterbeversicherungen:
    1. Versicherungsunternehmen
    2. Polizzen Nummern
  • Schulden:
    1. offene Pflegekosten
    2. Krankenhausbeiträge
    3. Kredit- und Darlehensschulden
    4. Bürgschaften
  • Bei Faustfeuerwaffen:
    1. Waffenpass
    2. Waffenbesitzkarte und Waffennummern
  • Liegenschaften:
    1. Grundbuch und Einlagezahl
    2. Einheitswertbescheid des Finanzamtes
  • Fahrzeuge:
    1. Zulassungsschein bzw. Typenschein und Versicherung


Schenkung und Übergabe

Was ist der Unterschied zwischen Schenkung und Übergabe? Ab welchem Wert sollte man eine Schenkung juristisch klären und absichern?

Die Nützlichkeit der Hilfe eines erfahrenen Juristen wird oft unterschätzt- sowohl vom Geschenkgeber, als auch vom Beschenkten. Oftmals ist die Errichtung eines Schenkungsvertrages dringend anzuraten, wobei der Notar aufgrund seiner langjährigen Erfahrung wertvolle Ratschläge geben kann.

Bei der Übergabe wird im Unterschied zur Schenkung eine Gegenleistung vereinbart- zB. die weitere Versorgung des Übergebers, ein Wohnrecht oder Ähnliches. Der Spielraum ist ein besonders großer, weshalb auch hier juristischer Rat empfehlenswert ist.


Wussten Sie schon?


Notare Prayer und Rahs - Wussten Sie schon?

Die österreichischen Notare wickeln jedes Jahr ca. 80.000 Verlasschenschaftsverfahren als Gerichtskommissäre ab - etwa 18.000 davon unentgeltlich!

Notare Prayer und Rahs - Wussten Sie schon?